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Historie zur
MP44
Allgemeine
Informationen zur historischen MP44
Die vom Heereswaffenamt in
Auftrag gegebene Entwicklung einer neuen
Infanteriewaffe begann mit der Entwicklung einer Patrone mit
reduzierter Leistung, die bis 1.000 Meter wirksam sein sollte. Das HWaA
richtete seine Aufmerksamkeit auf die Magdeburger Patronenfabrik Polte,
wo 1938 eine Patrone im Kaliber 7,92x30 mm entworfen wurde, die ein 3,7
Gramm schweres Geschoss besaß, welches eine hohe
Mündungsgeschwindigkeit entwickelte. Als Folge des Vertrages
zwischen Polte und der Heeresführung wurden zahlreiche
Versuche
mit kurzen 7,92-mm-Patronen durchgeführt, die 1941 in der
Entwicklung einer Patrone im Kaliber 7,92x33 mm mit einem 8,2 g
schwerem Geschoss und einer Mündungsgeschwindigkeit von 694
m/s
endeten.
Die ursprünglichen, schon seit 1923 bestehenden Anforderungen
an
eine Waffe für derartige Mittelpatronen wurden nach
Forschungen
von 1935 - 1937 überarbeitet, und so stand 1938 das Konzept
für eine leichte automatische Waffe, die den Karabiner, die
Maschinenpistole, sowie teilweise das MG ersetzen sollte.
Bau / Anfänge
Den Auftrag für die Entwicklung
erhielt 1938 die Firma C.G.
Haenel
in Suhl; die Entwicklungsarbeiten verliefen unter der Leitung von Hugo
Schmeisser. Die Waffe, anfangs als "schwere Maschinenpistole"
bezeichnet, nannte man nun Maschinenkarabiner (MKb). Anfang 1940 war
ein aus gefrästen Teilen hergestelltes Versuchsmodell
(später
im Blechprägeverfahren hergestellt) fertig, das dem
Heereswaffenamt vorgestellt wurde. Hierbei handelte es sich um einen
Gasdrucklader - ein für diese Waffengattung optimales
Funktionsprinzip, das heute den meisten Sturmgewehren zugrunde liegt.
Der Gaskolben mit langem Hub befand sich oberhalb des Laufs, die
Verriegelung erfolgte über einen Kippblockverschluss. Der
Maschinenkarabiner mit der Bezeichnung MKb 42 (H) (H für
Haenel)
war eine zuschießende Waffe, was für die
Präzision bei
Einzelfeuer nachteilig war. Die Abzugsvorrichtung ähnelte in
gewissen Punkten der der MP 40, ermöglichte jedoch sowohl
Einzel-
als auch Dauerfeuer. Die Feuerart wurde durch Betätigen eines
Knopfschalters gewählt. Einen Hahn besaß das System
nicht,
der Schuss wurde durch den auf den Schlagbolzen auflaufenden
Verschlussträger ausgelöst. Als Sicherung diente wie
auch bei
der MP 40 der in die Sicherungsrast eingespannte Spannschieber. Das
eigens für den Maschinenkarabiner entwickelte Magazin fasste
30
Patronen und konnte mittels Ladestreifen geladen werden, welche je
fünf Patronen fassten. Das Hülsenauswurffenster wurde
durch
einen Staubschutzdeckel abgedeckt. Die Visiereinrichtung bestand aus
einem Korn mit Kornschutz sowie einer bis 800 m einstellbaren
Schiebekimme. Die Waffe weckte Interesse seitens des Militärs
und
so erhielt Haenel Ende 1941 den Auftrag für 50 Exemplare
zwecks
Erprobung innerhalb der Truppe.
Zeitgleich erhielt auch die Carl
Walther GmbH vom HWaA den Auftrag,
einen eigenen Maschinenkarabiner zu entwickeln, der jedoch das bereits
ausgereifte Magazin von Hugo Schmeisser nutzen sollte. Walthers
Maschinenkarabiner (MKb 42 (W)) beinhaltete Merkmale früherer
Entwicklungen der Firma. Die über zwei Laufbohrungen
abgezapften
Gase betätigten den um den Lauf angeordneten Gaskolben. Anders
als
Schmeissers Konstruktion war der MKb 42 (W) eine
aufschießende
Waffe, die über einen Drehverschluss verriegelte. Die
Visiereinrichtung ähnelte der des MKb 42 (H). Damit die Waffe
bei
Dauerfeuer besser im Ziel bleibt, bilden Lauf und
Schulterstütze
eine Linie. Anfang 1942 wurde der erste Prototyp fertig, der trotz
befriedigender Testergebnisse nachbesserungswürdig war.
Weiterentwicklung
Ende 1942 erhöhte das HWaA den
Auftrag bei Haenel auf 200
Stück und forderte eine ebenso große
Stückzahl von
Walther. Pläne, nach denen die beiden Firmen ihre
Produktionszahl
auf 500 Stück erhöhen, sowie später
insgesamt 15.000
Stück monatlich herstellen sollten, mussten verworfen werden.
Die
Erfahrung der ersten Kriegsjahre zeigte, dass eine
Standardinfanteriewaffe auch im Nahkampf zu gebrauchen sein und die
Möglichkeit zur Anbringung eines Schießbechers
bieten
sollte. Die entsprechenden Veränderungen an den Waffen nahmen
Zeit
in Anspruch, so dass die Produktion nur schleppend voranlief. Dank der
Unterstützung durch das Rüstungsministerium konnten
die
wichtigsten Probleme jedoch schon Anfang 1943 gelöst und eine
größere Anzahl der Maschinenkarabiner hergestellt
werden.
Der damalige Reichsminister für Rüstung Albert Speer
ordnete
an, dass die beiden Waffen an die Ostfront geliefert werden, um sie zu
testen. Die Tests ergaben, dass der MKb 42 (W), obwohl leichter und
präziser als die Konkurrenz, nicht mit dem MKb 42 (H)
mithalten
konnte, wenn es um die Zuverlässigkeit ging. Durch dieses
Ergebnis
wurde Schmeissers Waffe der Vorzug gegeben, die jedoch
überarbeitet werden sollte.
Am stärksten überarbeitet wurde
der
Abzugsmechanismus. Wie
bereits erwähnt, war das zuschießende System des MKb
42 (H)
ein Grund für mangelhafte Präzision bei Einzelfeuer.
Um
dieses Problem zu lösen, musste die Waffe
aufschießend
funktionieren, was wiederum den Einsatz einer vom Bewegungsimpuls des
Verschlussträgers unabhängigen Abzugseinheit
erforderte.
Hierzu bediente man sich einer hammerbetriebenen Browning'schen
Abzugsvorrichtung, die der des tschechischen Selbstladegewehrs ZH-29
ähnelte, zusätzlich jedoch Dauerfeuer
ermöglichte. Die
Wahl dieses Abzugstyps war nur zu logisch, da dieser einfach aufgebaut
ist, sich schon damals in mehreren Waffen bewährt hat und sich
zudem ohne Schwierigkeiten auf vollautomatische Funktion umbauen
lässt. Die Sicherungsrast trat ihre Funktion an eine
Daumensicherung ab. Weitere Veränderungen wurden an der
Mündung und am Gasrohr vorgenommen; ein Nachteil,
nämlich das
relativ hohe Gewicht der Waffe, blieb erhalten. Noch 1943 beginnt auf
Veranlassung Albert Speers die Massenfertigung des modernisierten
Maschinenkarabiners unter der Bezeichnung MP 43. Dieser Name wurde als
"Tarnung" gewählt, um den Eindruck einer Maschinenpistole zu
erwecken, da Adolf Hitler sich trotz aller positiven Berichte gegen die
Einführung des Maschinenkarabiners entschied.
Einsatz
Im September 1943 verlief die
erste großangelegte
Truppenerprobung der MP 43 an der Ostfront. Die Waffe erwies sich als
adäquater Ersatz für Maschinenpistolen und
Repetiergewehre
und machte Unterstützung durch Maschinengewehrfeuer weniger
notwendig. Einzelfeuer wurde auf Entfernungen bis 400 m geschossen,
beim Übergang in den Nahkampf schaltete der Schütze
einfach
auf Dauerfeuer um. Die MP 43 war zuverlässig, leicht zu
zerlegen
und präzise. Der Rückstossimpuls war verglichen mit
dem
Karabiner 98k nicht einmal halb so stark, dabei wog ein Munitionsvorrat
von 150 Patronen nur 2,5 kg statt 3,9 kg. Zwar wog die Waffe zusammen
mit sechs geladenen Magazinen mehr als der Karabiner 98k, jedoch
übertrafen die Vorteile bei weitem die Nachteile.
Schließlich ließ sich Hitler durch Bitten von
Frontsoldaten, unterstützt durch Speer und das HWaA, umstimmen
und
erlaubte die Produktion der MP 43 zwecks Einführung.
Diese Entscheidung beschleunigte die weitere Entwicklung der Waffe. So
entstand zum Beispiel die Modifikation MP 43/1, auf die ein
Schiessbecher sowie das Zielfernrohr ZF-4 mit vierfacher
Vergrößerung montiert werden konnte. Ferner war die
Anbringung des Nachtvisiers ZF.1229 ("Vampir") möglich. Diese
sollen in Berlin 1945 eingesetzt worden sein. Bei Kriegsende befand
sich der Schiessbecher auf dem Sturmgewehr 44 in Döberitz noch
in
der Erprobung. Es konnten Probleme mit dem Schiessbechervisier und der
Reichweite bzw. Treffergenauigkeit nicht gelöst werden. Da der
Schiessbecher hervorragend mit dem K 98 funktionierte, bestand auch
keine Notwendigkeit der schnelle Entwicklung.
Im April 1944 änderte man die Bezeichnung in MP 44, ohne dass
technische Änderungen an der Waffe vorgenommen wurden. Noch im
gleichen Jahr wurde der Name nochmals geändert. Die neue und
diesmal endgültige Bezeichnung lautete "Sturmgewehr 44" (StG
44).
Von wem genau der Name stammt - ob Hitler oder General Jaschke - ist
nicht eindeutig geklärt. Obwohl ursprünglich reine
Propaganda, beschrieb die Bezeichnung "Sturmgewehr" die taktische
Einsatznische weitaus präziser als "Maschinenpistole", und so
wurde der Name nach dem Krieg zum Überbegriff der gesamten
Waffengattung. Zuletzt wurden auch
einige Waffen als STG 45 gefertigt.
Kriegsende
Insgesamt wurden bis Kriegsende
etwa 424.000 Exemplare der Waffe
hergestellt. Das StG 44 war auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges im
Einsatz, so war es bei der Volkspolizei der DDR und jugoslawischen
Fallschirmtruppen eingeführt. Ab und zu taucht die Waffe,
vermutlich aus sowjetischen Lieferungen stammend, in Afrika auf.
Entgegen des weitverbreiteten Irrglaubens ist das Sturmgewehr 44 nicht
mit dem russischen AK-47 verwandt, diente den Sowjets jedoch als
Anstoß, eine vergleichbare Waffe zu entwickeln. Auch das
Konzept
der Mittelpatrone wurde in vielen Ländern aufgenommen und
weiterverfolgt.
Im August 1945 werden 50 Sturmgewehre 44 aus vorhandenen Montageteilen
zusammengebaut und der Roten Armee zur technischen Auswertung in der
Sowjetunion übergeben, gleichzeitig mit 10.785 Blatt
technischer
Zeichnungen zur Fertigung von Militärwaffen. Im Oktober 1945
wird
Hugo Schmeisser zur Arbeit in einer so genannten Technischen Kommission
der Roten Armee verpflichtet. Diese Kommissionen haben die Aufgabe, den
neuesten Stand der deutschen Waffentechnik festzustellen, um die
Ergebnisse in eigene, sowjetische Entwicklungen einfließen zu
lassen.
Erklärung "zuschießend" und "aufschießend"
Bei allen vollautomatischen
Waffen verläuft das Dauerfeuer
nach
folgendem, vereinfachten Prinzip: Der Verschluss in seiner hintersten
Stellung wird von einer zusammengepreßten Feder nach vorne
in Richtung Patronenlager gedrückt.
In der Vorwärtsbewegung schiebt der Verschluss die oberste
Patrone aus dem Magazin über eine kleine Rampe in das
Patronenlager.
Die Vorwärtsbewegung kommt zum Stillstand, wenn der Verschluss
das
Patronenlager und die darin enthaltene Patrone verschließt
(entweder durch Verriegelung oder durch die bloße Masse des
schweren Verschlusses).
Ein Zündmechanismus im Verschluss zündet die Patrone.
Die Treibladung treibt das Geschoß aus dem Lauf.
Zeitverzögert und zwar nachdem das Geschoß den Lauf
verläßt, wird der Verschluss nach hinten gegen seine
Spannfeder gedrückt (entweder durch den direkten
Rückstoß der Treibladung oder durch einen Kolben,
der durch
die heißen Gase angetrieben wird, die aus einer weiter vorne
liegenden Bohrung im Lauf entnommen werden).
Der Verschluss befindet sich nun wieder in hinterster Stellung und der
Abfeuerzyklus kann erneut beginnen.
"Zuschießend" und "aufschießend" beschreibt nur die
Ausgangsstellung des Verschlusses in Schußbereitschaft.
"Zuschießend" befindet sich der Verschluss in hinterster
Stellung. Bei Abzugbetätigung bewegt sich der gesamte
Verschluss
nach vorne und beginnt so den Abfeuerzyklus. Der Feuermodus beginnt mit
dem Verschließen des Patronenlagers, darum
"zu-"schießend.
"Aufschießend" befindet sich der
Verschluss bereits mit
entspannter Feder in vorderster Stellung und verschließt das
Patronenlager. Bei Abzugsbetätigung wird lediglich der leichte
Zündmechanismus ausgelöst. Die Zündung
treibt den Kolben
in die hinterste Stellung. D.h., der Feuermodus beginnt mit dem
Öffnen des Patronenlagers, darum "auf-"schießend.
[Bearbeiten]
Nachteil von "zuschießenden" Waffen
Während im aufschießenden Modus lediglich der sehr
leichte
Zündmechanismus über eine geringe Distanz bewegt
wird, bevor
der Schuß ausgelöst wird (eine Zündnadel
bzw. ein
Hammer, der auf die Zündnadel schlägt), bewegt sich
im
zuschießenden Modus der massive Verschluss über die
gesamte
Durchladestrecke durch das Systemgehäuse, bevor die Patrone
gezündet wird. Diese Bewegung relativ großer Masse
über
eine relativ große Strecke kann zum Verreißen der
Visierlinie führen, bevor der Schuß
ausgelöst wird. Der
Effekt mag minimal erscheinen, aber ein Verreißen der
Laufmündung um 5mm macht ein sicheres Treffen auf 100m schon
unmöglich.
Dennoch haben zuschießende Dauerfeuersysteme einige Vorteile,
die
ihre Verwendung in Maschinenpistolen rechtfertigen. Da eine halbstarre
bzw. starre Verschlussverriegelung bei den relativ schwachen
Pistolenpatronen nicht notwendig ist (weil die Verriegelung des
Patronenlagers durch die bloße Masse des Verschlusses
erfolgt),
kann das System einfacher gehalten werden. Da die Verriegelung zudem
ein mechanisch stark beanspruchtes Element ist, sind sog.
Masseverschlüsse zuverlässiger und langlebiger. Ein
weiterer
Aspekt ist die Kühlung der Waffe. Da schon wenige
Schuß
ausreichen, um sehr hohe Temperaturen zu erreichen, ist bei
Maschinenpistolen, die ja im Dauerfeuer geschossen werden, oft die
zuschießende Bauweise verwendet. Zwischen den
Feuerstößen wird so für mehr Luft gesorgt,
die das
System, und vor allen Dingen die oberste Patrone im Magazin,
kühlt. Dies ist notwendig, da nicht nur eine Gefahr der
Explosion
durch überhitzte Patronen besteht, sondern auch der
empfindliche
Zündsatz seine Funktion verlieren oder die Patrone, bedingt
durch
Ausdehnung etc., klemmen könnte.
Quelle: Wikipedia
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W-T- Withum
© • Seestrasse 9 • 88149 Nonnenhorn
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